Heintzi berichtet

In einer nicht immer ernst zu nehmenden Art berichtet Christian Heintz von den WM-Vorbereitungen aus Kroatien und Bosnien.

 

Tag 10 (1.Juni) 

Servus liebe SiVoBa-Gemeinde! 

Heute ging es darum uns im Spiel gegen Brasilien zu beweisen und den damit verbundenen 3. Platz beim Sarajewo-Cup zu sichern. Dieses Ziel mussten wir jedoch ohne unseren Angreifer Heiko Wiesenthal anvisieren, der aus beruflichen Gründen bereits in den frühen Morgenstunden seine Heimreise antreten musste. Also machten wir uns nach einem ausgewogenen Frühstück auf zur Halle. 
Dort angekommen, hieß es erst einmal Aufwärmen mit dem Gymnastikgott höchst persönlich, unserem 'Tele-Jim'. Dieser ließ dabei keinerlei Zweifel aufkommen, dass wir bestens vorbereitet und ''schön angeschwitzt'' ins Spiel gehen konnten. Jedoch war es die größere Zahl der Eigenfehler, die den 1. Satz zu Gunsten der Brasilianer enden ließ. Aufgrund einer erneut kämpferischen Steigerung wurden wir dann mit dem Gewinn des 2. Satzes belohnt. Die Sätze drei und vier verliefen lange ausgeglichen, aber in den entscheidenden Momenten agierten die Südamerikaner wesentlich cleverer und konnten damit das Spiel verdient 3:1 gewinnen. 
Im anschließenden Finale gab es noch Anschauungsunterricht für uns. Die Vereinsmannschaft Fantomi Sarajevo dominierte die Russen klar und konnte mit einem 3:0 den Turniersieg einfahren. 
Am Abend einigten wir uns auf einen kurzen Stadtbummel durch Sarajewo. Dort kehrten wir in ein gemütliches Restaurant ein und genossen köstliche Fleischspezialitäten des Hauses. Als man erkennt, dass wir wohlhabende deutsche Staatsbürger sind, werden wir behandelt wie Könige. Ständig bekommen wir zum Essen volle Brotkörbe nach serviert, obwohl diese wahrscheinlich für weitere zehn Mahlzeiten gereicht hätten...

Lektion des Tages: Nach der Ankunft im oben beschriebenen Restaurant, erkennt ein türkischer Gast, der in Deutschland geboren ist und nun in Bosnien lebt, dass wir aus seinem Geburtsland kommen. Fortan übernimmt er für uns die Kommunikation mit der weiblichen Bedienung, da diese weder der deutschen Sprache mächtig ist, noch mit unserem besten 'Lothar-Mathäus-Englisch' etwas anfangen kann. Daraufhin spendieren wir ihm und seinen Freunden eine Runde Tee (kleine Teegläser die meist in türkischen Schnellrestaurants serviert werden). Um auf unser gemeinsames Wohl anzustoßen, werfen wir ihm ein kräftiges ''Prost'' zu. Noch bevor wir die Teegläser ansetzen können, schaut der osmanische Gast uns entsetzt an. Er unterrichtet uns darüber, dass man bei den Moslems nur mit alkoholischen Getränken ''anprosten'' darf. Macht man dies trotzdem mit nicht alkoholischen Getränken (wie dem Tee), dann hat man dieselbe Sünde begangen als hätte man Alkohol getrunken. 

Voller Demut entschuldigen wir uns für diesen Fauxpas und geloben Besserung...