Heintzi berichtet

In einer nicht immer ernst zu nehmenden Art berichtet Christian Heintz von den WM-Vorbereitungen aus Kroatien und Bosnien.

 

Tag 9 (31.Mai) 

 

 

Am heutigen Samstag stand der, über die Landesgrenzen Bosniens bekannte ''Sarajewo-Cup'' auf dem Programm. Ein international hochkarätig besetztes Turnier, bei dem es für uns galt, eine aktuelle Standortbestimmung vor der anstehenden WM zu erkunden. 
Folgende Gruppen wurden dabei ausgelost: 

Gruppe A: 
Brasilien
Niederlande
Hrabi Zagreb
Aserbaidschan 
Russland

Gruppe B: 
Polen
Deutschland
Kroatien
Fantomi Sarajewo(weltbeste Vereinsmannschaft)

Folgende Ergebnisse erzielten wir dabei in der Vorrunde: 
Germany-Polen  2:0 (25:16, 25:19)
Germany-Kroatien 2:0(25:15, 25:15)
Fantomi Sarajewo-Germany 2:0(25:19, 25:16)

Zwar hatten wir uns für die ersten Spiele viel vorgenommen, doch gerade gegen die Polen und Kroaten konnte unser Team nicht die beste Leistung abrufen und konnte dabei froh sein, dass der Gegner jeweils viele Eigenfehler verbuchte, die letztendlich zum Sieg führten. 
Im letzten Gruppenspiel gegen Fantomi war zwar eine Leistungssteigerung zu erkennen, doch gegen die mächtige Blockabwehr der Bosnier war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Somit belegten wir in der Gruppe den 2. Platz. 

Damit kam es zu folgenden Halbfinalbegegnungen: 
Fantomi Satajewo-Brasilien 3:0
Germany-Russland 2:3(11:25, 18:25, 25:22, 25:23, 13:15)

Im Halbfinale starteten wir denkbar schlecht ins Spiel und verloren verdient die Sätze eins und zwei. Nachdem wir Satz drei und vier gewinnen konnten, musste der Tie-Break die Entscheidung bringen. Dort hatten die Russen den längeren Atem und konnten das Spiel schließlich für sich entscheiden. Im Spiel um Platz 3 treffen wir morgen dann auf unsere brasilianischen Freunde. 
Später stand dann noch das gemeinsame und traditionelle Abendessen aller Turnierteilnehmer auf dem Programm. Während eine extra engagierte 3-Mann-Band vergeblich versuchte, auf ihren Instrumenten wohlklingende Musik zu erzeugen, ließen wir es uns bei einem zünftigen Schmaus gut gehen... 

Erinnerungen des Tages: Während des Halbfinalspiels gegen die Russen lag ein Hauch von ''London 2012'' in der Luft. Da wir in den ersten beiden Sätzen kaum Gegenwehr zeigten und unsere Aggressivität sehr zu wünschen übrig ließ, gingen Diese verdientermaßen an den Gegner. 
Doch wer nun dachte das uns die russische Mannschaft mit einem klaren 3:0 Sieg aus der Halle schießen würde, sah sich eines Besseren belehrt. Im dritten Satz kämpfte unser Team verbissen um jeden Ball und konnte sich nun vor allem auch immer besser im Block durchsetzen. Angefeuert von den Ersatzspielern und unseren kroatischen Freunden, spielten wir fortan endlich, dass für Deutschland bekannte, leidenschaftliche Sitzvolleyball. Punkt für Punkt fightete die Mannschaft die Russen nieder und gewann hochverdient die Sätze drei und vier. Wie an jenem Samstagabend, dem 8. September 2012, musste der Tiebreak über Sieg und Niederlage entscheiden. Hierbei war der psychologische Vorteil eigentlich auf unsere Seite, da man ganz klar an der Mimic und Gestik des Gegners erkennen konnte, dass bei Ihnen das ''London-Gespenst'' im Kopf herum spukte. Jedoch fingen sich die Osteuropäer wieder etwas, so dass wir im entscheidenden Satz schnell mit 2:8 ins Hintertreffen gerieten. Aber auch hier bewies unsere Mannschaft Charakter und arbeitete sich auf 11:14 heran. Zudem gelang es, die ersten beiden Matchbälle abzuwehren und demnach den Spielstand auf 13:14 zu verkürzen. Inzwischen war das andere Halbfinalspiel beendet, so dass sowohl die Bosnier als auch die Brasilianer uns lautstark zujubelten. 
Doch dann hatte jemand seine Finger im Spiel, dessen Entscheidungsmacht leider nicht anfechtbar ist: der Schiedsrichter. 
Beim besagten Spielstand von 13:14 landete ein Angriffsball der Sowjets 20-30 cm seitlich im Aus. Zur Verwunderung aller Hallenbesucher wertete der Unparteiische den Ball jedoch als gut und gab somit den entscheidenden Punkt für den Gegner...
Das Spiel hat wieder einmal gezeigt, dass eine kämpfende und stimmungsvolle deutsche Mannschaft in der Lage sein kann, auch gegen die Großen der Welt mitzuhalten. Denn nur so wird es möglich sein bei der anstehenden WM eine gute Platzierung zu erzielen...