Heintzi berichtet

 

 

17. Juni 2014

 

 

Heute war Großkampftag in Elblag angesagt! Im Viertelfinale traf unser Team auf den übermächtigen und aktuellen Welt- und Europameister, sowie Paralympicsieger von 2012 aus Bosnien. David gegen Goliath hieß es also in der sehr modernen WM-Halle von Elblag. Oder um es in den Worten der Fussballsprache zu sagen: Zündkerzenstecker Zwickau gegen Bayern München. 
Motiviert wie ein Gepard, der seine Beute quer durch die Savanne Afrikas jagt, begannen wir das Spiel gegen haushohen WM Favoriten. Aufopferungsvoll um jeden Ball kämpfend fanden wir schnell ins Spiel  und boten dem Gegner lange Paroli. Erst gegen Ende des ersten Satzes verhielten sich die Bosnier etwas cleverer und konnten diesen mit 25:21 für sich entscheiden. Auch der nächste Spielabschnitt gestaltete sich lange Zeit offen. Wiederrum kurz vor Schluss setzten sich die Männer vom Balkan punktemäßig ab und gewannen diesen Satz erneut mit 25:21. 
Wer nun dachte das sich unser Team mit einem 3:0 aus der Halle fegen ließ, sah sich eines Besseren belehrt. Angefeuert von den mitgereisten Fans auf der Tribüne dominierte Sonnenbichler's Mannschaft fortan das Geschehen. Auch die Angriffsschläge von Heiko Wiesenthal  und Christoph Herzog überrollten fortan unseren Gegner. So konnten wir zwischenzeitlich sogar eine 15:4 Führung verbuchen!! Zwar gelang es den Männern vom Balkan gegen Ende des Satzes nochmal zu punkten, doch diesen konnte das deutsche Team mit 25:18 für sich entscheiden. 

Auch im 4. setzte sich diese Spielweise zur Freude der begeistert mitgehenden Zuschauer fort und führte zu einem offenen Schlagabtausch. Ständig wechselte der Aufschlag, so dass sich der Satz bis zur 2.technischen Auszeit (15:16)  lange offen gestaltete. Erst ein kleines konzentratives Nachlassen führte zu 2 vermeidbaren technischen Eigenfehlern - und zwei taktischen Fehler in der Feldabwehr  war es geschuldet, dass der Favorit beim Stand von 15:20 ein kleines Punktepolster aufbauen konnte. Doch weiterhin kämpfte die deutsche Mannschaft verbissen um jeden Ball. Schließlich gelang Wiesenthal mit einem Angriffsschlag der Ausgleich zum 23:23. Angefeuert von den mitgereisten Fans auf der Tribüne lag nun sogar der Satzausgleich in der Luft. Aber zwei starke Blockaktionen der Bosnier verhinderten die mögliche Sensation.  Die Spieler vom Balkan konnten den Satz mit 25:23 für sich entscheiden.

Zwar haben wir heute eine sehr große Chance verpasst den Bosniern seit 4 Jahren mal wieder eine Niederlage zuzufügen, doch wir begegneten den ''Übermächtigen'' lange Zeit auf Augenhöhe! Diese emotionale und kämpferische Leistung zeigte mal wieder, dass unser Team in der Lage ist auch gegen die großen Sitzvolleyball-Nationen mitzuhalten. 

Nun geht es ab Freitag darum den 5. Platz bei dieser WM zu erarbeiten.... 

 

Lagerkoller des Tages: Zickenkrieg auf Zimmer 220! Nachdem wir nun fast ununterbrochen seit dem 23. Mai zusammen sind (außer einer 5tägigen Pause nach dem Sarajevo-Cup), entfacht zwischen Heiko Wiesenthal und Christian Heintz ein kleiner Zickenkrieg. Selbst bei kleinsten Reibereien geraten beide immer wieder verbal aneinander (genaue Wortlaute möchte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben). Ein Beispiel dafür ist die Auswahl des Fernsehprogramms: Während Heintz vornehmlich das kulturelle TV-Programm Polens verfolgen möchte, pocht Wiesenthal immer wieder darauf sein über alles geliebtes Hartz IV-TV zu sehen. Die Meinungsverschiedenheit eskaliert sogar soweit, dass Wiesenthal daraufhin das Hotel verlassen möchte. Erst nach vielen (verbalen) Streicheleinheiten gelingt es Heintz seinen Zimmerkollegen wieder zu besänftigen...